Wecken Sie Ihren kreativen Tiger: Baustein 1

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Der ewige Mythos "kreatives Denken"

Würden Sie gerne innovativer sein, die Kreativität in Ihrem Unternehmen steigern, das Beste in Ihren Mitarbeitern wecken?
Wie wär’s, wenn Sie durch ungewohnte Handlungen zu ebenso ungewöhnlichen, „kreativen“ Ideen oder Problemlösungswegen gelangen?
Würde Sie das interessieren?

Ich denke, dass die meisten von Ihnen mit "Ja." antworten.

Wie oft haben Sie schon "Rotz und Wasser" geschwitzt, um mal mit einer wirklich innovativen Idee Ihr eigenes Leben und das der Anderen so richtig in Fahrt zu bringen, um dann doch mit leeren Händen und schwerem Kopf vor dem Spiegel zu stehen. während Sie Ihrem frustrierten Spiegelbild die magische Frage "Warum fällt mir nur nix ein?" ins bleiche Antlitz hauchen?

Wie bei vielen Dingen im Leben, sitzt man fest entschlossen da und "zwingt" sich, JETZT kreativ zu sein. In der Regel hat genau das dann gegenteilige Ergebnisse zur Folge und die eigendynamische Entwicklung von Ideen kommt zum Stillstand.

Aber ich schreib mir hier ja nicht die Finger wund, um Ihnen etwas zu mitzuteilen, das Sie schon wissen. Denn die gute Nachricht ist, dass es Möglichkeiten gibt, Ihren kreativen Geist so zu trainieren, wie Sie auch Ihren Körper in Form bringen können, um z.B. einen Marathon zu meistern.

Alles was ich nachfolgend beschreibe, habe ich selbst erfolgreich ausprobiert und in mein Leben integriert.
Hier sind 5 „Trainingsmethoden“, die Sie unbedingt mal versuchen sollten.

1. Meditation

Während einige Menschen die Meditation in die religiöse Ecke stellen, gibt es andere, die hier Kraft aus dem eigenen Sein und der Resonanz mit sich selbst und der Umwelt schöpfen.

Der Wert der Meditation für die Steigerung des kreativen Potenzials ist, dass sie hilft, der ständigen Flut von externen und internen Reizen effektiv entgegenzuwirken.

Externe Einflüsse sind dabei meist einfacher zu regulieren, als die internen. Wenn’s draußen zu laut ist, dann können Sie die Tür schließen, den Platz wechseln oder sich den MP3-Player auf die Ohren geben. Mit den inneren Einflüssen ist das meist nicht so leicht. Da können Sie zwar auch die Lokation wechseln, wenn Ihnen Ihre innere Stimme immer wieder dazwischen quatscht, nur nehmen Sie diese Stimme eben auch genau dorthin mit, wo auch immer Sie Zuflucht davor suchen.

Meditation auch bei der Minderung von Stress, welcher der größte Blockadefaktor für Kreativität ist. Nur 15 Minuten am Tag reichen, um den kreativen Geist in Ihnen wieder zu erwecken.

Nehmen Sie sich anfangs sieben Tage lang jeden Tag 15 Minuten persönliche Zeit der Entspannung. ohne dringende Aktennotizen, brisante Fernsehsendungen mit Nachrichten über die Schlechtigkeit der Welt, ohne Smartphone, Internetshopping oder sonstiges Tastengeklapper.

Fünfzehn Minuten absolute Ruhe.
Mit Visualisierungen und imaginären Klängen Ihrer Wahl.
Nur für Sie allein.

Photo von b-tal - http://www.flickr.com/photos/b-tal/

Wecken Sie Ihren kreativen Tiger: Baustein 3

Doodle

3. Kritzeln 

Kritzeln Sie. Ähnlich wie beim "Journaling", mit dem zusätzlichen Vorteil, dass Sie es jederzeit und überall tun können. Formulieren Sie vorab die Aufgabe, die Ihnen neue Perspektiven abverlangt, möglichst konkret. Vermeiden Sie Allgemeinplätze, wie

  • „Ich brauch da ne Lösung“ oder 
  • „Mir muss da etwas Neues einfallen“. 

Die gezielte Frage- bzw. Aufgabeformulierung erhöht die Wahrscheinlichkeit der kreativen Ausbeute erheblich. Formulieren Sie möglichst genau, z.B.

  • „Ich bin auf der Suche nach einer ungewöhnlichen Herangehensweise, für die Verschaltung von X“ oder
  • „Wenn ich einen mir noch unbekannten Baustein finde, dann kann ich X neu anordnen“. 

Dann kritzeln Sie los. Hängen Sie Ihren Gedanken nach und lassen Sie Ihrer zeichnenden Hand einfach freien Lauf. Das nächste Mal wenn Sie wieder in einer langen Telefonkonferenz stecken und einfach „nicht dran“ sind, in einer Besprechung oder beim Warten in der Empfangshalle des neuen Kunden … - schnappen Sie sich einen Stift und Papier und starten Sie Ihre Kritzeleien.

Da dieses Kritzeln eine „Rechtshirn“-Aktivität ist (die Gehirnhälfte, die den Großteil Ihrer linken Körperhälfte steuert),  bringt es Sie in Kontakt mit der kreativen Seite Ihres Geistes. Diese Kritzeleien können Ideen entfesseln, schon während Sie den Stift krakelig über das blanke Papier huschen lassen. Oder Sie schauen ihre Zeichnungen später noch einmal an und sehen, ob diese Sie zu einer neuen Sichtweise zur Lösung für Ihre konkret formulierte Aufgabe führen. 

Photo von Inha Leex Hale - http://www.flickr.com/photos/sixmilliondollardan/

Wecken Sie Ihren kreativen Tiger: Baustein 2

Journal

2. "Journaling"

Die eigenen spontanen Gedankengänge in einem kleinen Buch festzuhalten, welches Sie immer bei sich tragen, ist ein weiterer Weg um in Kontakt mit seinen unterbewussten Ressourcen zu kommen.

Diese Art der Ideensammlung ist nicht wie ein Tagebuch zu verstehen. Vielmehr ist es so wie in den amerikanischen Filmen, wo sich die Reporter irgendwas in Notizbuch krickeln, um ein Zitat, einen Gedanken oder die nackten Fakten festzuhalten. 

In Ihrem Fall bedeutet es, frei fließend zu schreiben. Gerne auch (vermeintlich) zusammenhangslos. Es funktioniert am besten, wenn sie z.B. schon am Frühstückstisch damit anfangen. Halten sie das Erste was Ihnen am Morgen (bevor Sie zur Arbeit starten, den Tag planen oder sich sonstige Gedanken über seinen hochkomplexen Ablauf machen) Stichwortartig fest.

Kommen Ihnen keine Worte in den Sinn, dann zeichnen Sie Figuren, Linien, Konstrukte Ihrer Wahl. Bewerten Sie nicht vorzeitig diesen (vermeintlich) zusammenhanglosen Kram, den Sie da zusammenkrackeln. Die Bedeutung kommt vielleicht erst Stunden, Tage, Wochen oder Monate später, wenn Ihnen plötzlich wieder einfällt, das im Lichte neuer Ereignisse da ja schon irgendwas Seltsames in Ihrem „Journal“ ein bisher belangloses Dasein fristet.

Die Journalerstellung darf" mit Stift auf Papier, also nicht auf dem Computer durchgeführt werden. Sie wissen ja, sobald Sie Ihren Computer einschalten, werden Sie auf magische Weise in Ihre E-Mail-Korrespondenz gesaugt und ZACK … - da hat Sie der reglementierte Alltag schon wieder am Schlafittchen. So dürfte es dann nur unnötig schwer werden, mit dem „mal was anderes denken und entdecken“.

Photo von joelmontes - http://www.flickr.com/photos/joelmontes/

Wecken Sie Ihren kreativen Tiger: Baustein 4

Surprise

4. Inkubation

Haben Sie jemals die Erfahrung gemacht, dass Sie mit einem Problem kämpfen, nicht weiter kommen und Stunden später haben Sie diese blitzartige Eingebung unter der Dusche, eine mögliche Lösung? Dieses Phänomen nennt sich Inkubation.

Denken sie sich für längere Zeit tief und konzentriert in eine Sache rein, auch wenn Sie ahnen, dass Ihnen alle Fakten bereits bekannt sind und Sie alles schon 20 mal durchdacht haben. Nehmen Sie sich noch einmal ohne Ablenkung den ganzen Problembatzen zur Brust, und lassen Sie sich noch einmal so richtig zur Verzweiflung bringen. Dann ziehen Sie für 48 Stunden einen Schlussstrich unter die Sache. Ziehen Sie den mentalen Stecker. 

Gehen Sie lecker essen in Ihrem Lieblingsrestaurant, schauen Sie sich Ihre Lieblingsserie im Fernsehen oder Internet an, gehen Sie ins Fußballstadion mit Ihren Freunden oder zum Riemchensandalen- shopping mit Ihren Freundinnen in die City. Kurz gesagt, lassen Sie die Kuh fliegen und gehen Sie Ihren Lieblingsbeschäftigungen nach. Bestenfalls tun Sie etwas, was Sie schon immer mal machen wollten, sich aber bisher (aus weiß der Geier was für Gründen) untersagt haben. Tun Sie genau das, von dem Sie wissen, dass es Ihnen den Draht verbiegt vor Freude.

Das Mindeste was Ihnen geschehen wird, ist, dass Sie eine verdammte Menge 48-Stunden-Spass haben. Sehr wahrscheinlich aber werden Sie zusätzlich belohnt werden. Seien Sie dann ruhig überrascht, wenn Ihnen ganz plötzlich der Atem stockt, weil Ihnen eine so skandalös andere, wahrlich kreative Möglichkeit in den Sinn schießt, die Sie „Heureka, ich hab’s!“ rufen lässt.

Photo von jessekruger - http://www.flickr.com/photos/jessekruger/

Wecken Sie Ihren kreativen Tiger: Baustein 5

Traum

5. Träume

Schlafen ist ne feine Erfindung. Wer auch immer dafür Verantwortlich ist, wusste was er da tut. Ich entdecke viele meiner Ideen im Schlaf. Einige fantastische Eingebungen habe mir von meinem Unterbewussten zuschustern lassen, währen mein bewusster Verstand sich eine nächtliche Auszeit genommen hat.

Die Harvard-Psychologin Deirdre Barret führte Studien durch, die eindeutig belegen, dass Träume uns bei der Problemlösung helfen können. Halten Sie Ihre erwünschte Eingebung, die Problemstellung möglichst konkret (das isses wieder, das „K“-Wort) auf einem Stück Papier fest, welches Sie sich im Bett kurz von dem Augenzufallen noch einmal anschauen. Halten Sie Stift und Papier in Armlänge parat, so dass Sie bei einem evtl. nächtlichen Erwachen ohne große Verzögerung etwas aufschreiben können. In diesem Fall notieren Sie schnell Ihre Erinnerungen, Ihren Trauminhalt, bevor diese verblassen.

Träume sind oft unlogisch, so dass es ggf. einiger Interpretationsarbeit bedarf, bevor Sie die Botschaft an sich durchschauen. So kann es sein, dass z.B. der im Traum aufgetauchte „verrückte Clown“, der Ihr Fahrrad verspeisen wollte, Ihren größten Kunden repräsentiert, den Sie bisher einfach in Ihrer Problemlösungssuche übersehen haben. Dann beginnt Ihr bewusster Verstand diese losen Wissensfäden zu einer manchmal unglaublich genialen Lösungsmöglichkeit zu verweben, auf die Sie im wachen Zustand alleine niemals gekommen wären.

Ich will Sie ermutigen diese vielleicht seltsam erscheinenden Methoden wirklich auszuprobieren, sie anzuwenden. Regelmäßig. Lassen Sie sich auf dieses kleine Trainingsprogramm ein und lassen Sie sich verblüffen.

Und wenn es einmal nicht sofort den gewünschten Erfolg haben sollte (was ich nicht glaube, da ich in meinem täglichen Job als Trainer und Coach immer wieder die entsprechenden Erfolgsgeschichten ernten darf), dann bleiben Sie einfach dran und lassen Sie nicht sofort wieder locker.

Es wird den gewünschten Erfolg mit sich bringen.

Seien Sie ausdauernd.

Photo von muecke36 - http://www.flickr.com/photos/muecke36/