"Gebrochenes Herz" oder "Gebrochenes Bein": Was schmerzt mehr?

Schmerz

Die Purdue Universität in den USA berichtete kürzlich über die Untersuchungsergebnisse zum Thema „soziale, emotionale und körperliche Schmerzen“. Hieraus folgt,  dass emotionaler oder durch sozialen Ausschluss ausgelöster Schmerz stärker wirken kann, als körperlicher Schmerz.

Ja, zum einen werden die gleichen Gehirnareale aktiviert, wenn eine Person eine körperliche Verletzung erfährt oder eine schmerzhafte emotionale Erfahrung macht. Das Gehirn kann hier nur bedingt zwischen physischem und emotionalen Schmerz unterscheiden.
Wichtiger scheint mir aber noch folgende Erkenntnis:

"Während beide Arten in dem Moment des Geschehens sehr weh tun können, so haben soziale/emotionale Schmerzen die Eigenschaft immer und immer wieder aufzutauchen, sich quasi selbst zu speisen. Körperlich empfundene Schmerzen hingegen verlieren im Laufe der Zeit Ihren Schrecken, auch wenn das Wissen um die ursprüngliche Stärke sehr präsent bleibt.“, sagt Dr. Kip Williams.

Und das stimmt. In unseren Köpfen erleben wir emotionale und soziale Schmerzen mit einer anderen, sich oft exponentiell entwickelnden Dynamik und steigenden Intensität im Laufe der Zeit. Diese Art von Schmerzen scheinen zu reifen, wie ein guter Wein. Nur das sie nicht wirklich „gut“ sind. Im Gegenteil. Insofern kann man behaupten, dass es neurobiologisch vergleichbare Spuren hinterlässt, wenn Sie jemandem die Knochen oder das Herz brechen.

Photo von grimsanto - http://www.flickr.com/photos/grimsanto/

Erreichen Sie Ihre Ziele, indem Sie den Mund halten

Pssst

Diese Idee wurde durch Derek Sivers, einem professionellen Musiker und Internetunternehmer, in seiner Präsentation auf der TED-Konferenz populär. Er erklärt dort, das zahlreiche psychologische Studien gezeigt haben, dass, wenn Sie jemandem Ihr Ziel verraten, Sie anschließend wahrscheinlich weniger von den notwendigen Dingen tun werden, um dieses Ziel zu realisieren.

Dies liegt daran, dass Ihr Gehirn das Gedachte und Gesprochene zu einem gewissen Teil bereits für die Wahrheit hält und annimmt, Sie hätten diesen Teil bereits schon zu diesem gewissen Teil gemeistert.
Das heißt, dass die Befriedigung es schon (wenn auch nur in Ihrer Vorstellung) getan zu haben, den Druck aus dem „Handlungskessel“ nimmt.

Hinzu kommt, dass die wahrscheinlich stattfindende soziale Anerkennung durch die Beschreibung Ihrer künftigen Taten zu Zielerreichung, in ihrem Gehirn das Gefühl der Befriedigung verstärkt. Bei adäquater Reaktion Ihres Publikums (und da reicht schon ein wohlwollendes Kopfnicken) erschafft Ihr Gehirn im Moment des Erzählens dieses Gefühl der Zufriedenheit, welche Ihre Motivation mindert, all jenes mit vollem Einsatz zu tun, was es tatsächlich braucht, um das Ziel zu erreichen. Es klingt irgendwie verdreht, aber auch wenn Ihr bewusster Verstand dieser Beschreibung hier widersprechen mag, so sind die unterbewussten Vorgänge messbar und nicht von der Hand zu weisen.

Behalten Sie also Ihre Ziele für sich, auch wenn es in Ihnen brodelt, sich mit anderen darüber auszutauschen. Nutzen Sie diesen inneren „Vulkan“ und investieren Sie die Kraft in die notwendigen Handlungen zur Zielerreichung.
All das wird Sie nur noch mehr anspornen und härter arbeiten lassen.

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Nutzen Sie Visualisierungen, um neue Fähigkeiten zu erlernen

Visual

Haben Sie schon mal was von „Neuroplastizität“ gehört? Das ist die unglaubliche Fähigkeit des Gehirns, kontinuierlich neue Nervenbahnen zu erstellen. Die alte Überzeugung, das das Gehirn kontinuierlich im Laufe der Zeit immer mehr nur abbaut und an Leistungskraft verliert, ist so nicht korrekt. Vielmehr ist es in der Lage sich anzupassen und neue unablässig neue neuronale Verbindungen zu erschaffen, wenn dies gebraucht wird. Und genau da liegt der Hase im Pfeffer: Wenn Sie viel Neues zu lernen haben, unterstützt Sie Ihr Gehirn mit dem Ausbau des dazugehörigen Netzwerkes. Es ist fast so, als wenn Sie ein Haus neu bauen wollen und genau die Baumaterialien gratis gestellt bekommen, die Sie brauchen. Im Umkehrschluss gilt: Kein Haus, keine Materialien.

Sie entscheiden.

Der Spruch „Die Wiederholung ist die Mutter aller Fähigkeiten“ findet hier seine Heimat. Wenn Sie eine Tätigkeit, eine beliebige Handlung regelmäßig wiederholen, dann stärken Sie damit genau die neuronalen Netze, die sich im Gehirn hierfür bilden. Das Faszinierende ist, das dort physisch immer etwas geschieht, egal ob Sie die Aktion tatsächlich körperlich  ausführen oder diese einfach visualisieren, also sich nur vorstellen. Ihr Gehirn kann nur bedingt den Unterschied zwischen einer Aktion, die Sie durchgeführt und einer Aktion, die Sie visualisiert haben, erkennen. Allein die Vorstellung einer Tätigkeit hinterlässt beträchtliche Spuren im Gehirn.

In einer Studie der Harvard Universität wurden zwei Gruppen von Freiwilligen eine ihnen unbekannte Klaviermusik präsentiert. Eine Gruppe erhielt die entsprechenden Noten auf Papier und eine Tastatur. Sie wurden gebeten, das gehörte Stück tatsächlich mit eigenen Händen an dieser Tastatur zu üben. Die andere Gruppe wurde gebeten, die Noten nur zu lesen und sich vorzustellen, das ganze Stück zu spielen.
Als im Anschluss die Hirnaktivität der Teilnehmer untersucht wurde, zeigten beide Gruppen Erweiterungen (Vergrößerungen) in ihrem motorischen Kortex, welcher u.a. für die Bewegung und die Steuerung  einzelner Gliedmaßen verantwortlich zeichnet, obwohl die zweite Gruppe niemals die Tastatur berührt hatte.

Albert Einstein, dem das Zitat "Fantasie ist wichtiger als Wissen" zugeschrieben wird, verwendete die Methode der Visualisierung sein ganzes Leben lang. Die Entstehung der Relativitätstheorie ist wohl auf seine skandalös unrealistische Vorstellung zurückzuführen, auf einer Kanonenkugel durch Raum und Zeit zu reiten.
Wie kindisch!

...und doch so ergebnisträchtig.
Warum nehmen Sie also nicht das, was über das Gehirn bekannt ist als Grundlage und fügen z.B. solche Visualisierungsarbeiten als wichtigen Teil Ihrer täglichen Persönlichkeitsentwicklung hinzu?
Vielleicht weil es sich im ersten Moment seltsam anhört?
Weil Ihnen als Kind oder spätestens in der Jugend einiges an Kreativität und Vorstellungsvermögen einfach untersagt wurde?
Ganz im Sinne von „Ist ja niedlich was Du da so verrücktem Zeug von Dir gibst, aber was soll das nützen?“

Wie wäre es, wenn wir unser Gehirn auf die Herausforderungen des Alltages durch die Kraft der möglichst detailgetreuen Imagination vorbereiten?
Die einzige Bedingung für eine wirklich erfolgreiches Visualisieren scheint der Detailreichtum der eigenen Halluzination zu sein. Hier gilt, je mehr Detail, Farben, Geräusche, Höhen und Tiefenschärfe sie in Ihre Konstruktion bringen, umso wirksamer wird sie sein. Dabei zählt nicht, wie realistisch diese Konstruktion ist, sondern wie sie auf Sie wirkt.
Je stärker, desto besser. Gut ist, was wirkt.
Für den unterbewussten Teil Ihrer Persönlichkeit kreieren Sie damit WIRK-lichkeit. Und schließlich besteht Ihr Tag zu 99% aus unbewussten Handlungen.
Ernsthaft. Oder was glauben Sie steuert Ihre Atmung, Ihre Schritte, Ihre Kopfneigung, Ihre Bewegung der rechten Hand auf der Maus?

Photo von lichtempfindlich - http://www.flickr.com/photos/lichtempfindlich/