... aus der Kategorie: Dinge, von denen ich mir wünsche, das sie mir jemand mit 18 Jahren schon eingehämmert hätte!
Jaja, sie können es nicht mehr hören, ich weiß: „Durch Fehler lernen wir die wichtigsten Lektionen unseres Lebens.“
Doch auch wenn wir diesem Gedankengut eine gewisse Wahrheit unterstellen, warum fällt es uns so schwer, Fehler auch tatsäclich als Lernchance zu empfinden?
Der wohl größte Fehler den wir machen können, ist einfach nichts zu tun, weil wir zu viel Angst haben, einen Fehler zu machen. Verrückt!
Noch verrückter ist es, wenn ein solcher „Fehler“ uns noch nicht einmal von unserer Umwelt zugeschrieben wird, sondern wir selbst uns eines vermeintlichen Fehltrittes wegen geißeln.
Und, das darf ich hier verraten, im Hinauszögern bin ich manchmal ziemlich gut. Zum Beispiel bei einem Online-Kauf. Stundenlang vergleiche ich Preise für Artikel auf verschiedensten Webseiten, und wenn ich dann das günstigste Preisleistungsverhältnis gefunden habe, unterziehe ich den Anbieter erst einmal einer kritischen Glaubwürdigkeitsanalyse. Erst dann … - warte ich noch einen Tag, bevor ich mein hart verdientes Geld dem Händler meines Misstrauens in den Online-Rachen werfe.
Ich glaube wir zögern oftmals, weil wir an uns selbst zweifeln. Wir antizipieren das am wahrscheinlichsten eintretende Szenario, aufgrund der uns vorliegenden Fakten und müssen einfach der unterbewussten Botschaft unserer natürlichen Existenz folgen:
„Sei verdammt nochmal effektiv bei dem, was Du tust! Wenn Du nicht effektiv bist, also viele Entscheidungen triffst, die nicht zu dem von dir erwarteten Ergebnis führen, so ist Dir dein frühes, natürliches Ableben gegönnt.“
Auch wenn es gegen unsere gefühlte Natur scheint, so geht es im Leben selten darum, auf eine Chance zu warten, sondern eine Chance zu nutzen. Wir werden niemals 100% sicher sein können, dass etwas so funktioniert, wie wir es planen. Niemals!
Das wissen wir sogar, also versuchen wir an die 100% so nah wie nur möglich heranzureichen … - und verpassen manchmal genau damit die zeitlich begrenzten Chancenfenster, die uns ein frühes Handeln hätten öffnen können.
Doch das ganze Dilemma speist sich von zwei Seiten.
- Wir können nicht sicher sein, dass etwas zu 100% funktioniert, wenn wir es tun.
- Aber wir können uns zu 100% sicher sein, dass etwas nicht zu tun, zu 100% funktioniert.
Oh, süßer Kopfschmerz ...
Das ist die so verlockende Wahl. Und genau das wissen all jene, die uns mit großen Versprechen und Rabattpostern gekonnt ködern, und damit ihre Angebote so gestalten, dass unsere natürliche Vorsicht ausgehebelt wird. Ansonsten würden wir einige dieser Waren NIEMALS kaufen. Im Leben nicht!
Das wissen die …
„Oorrrr! Wenn ich da jetzt nicht zuschlage, dann ärgere ich mich hinterher über den Fehler, nicht rechtzeitig …“
Sie wissen schon. Das ist dann die Anti-Zögern-Strategie, um hinterher nicht das Gefühl haben zu müssen, wiedermal (!) eine gute Chance ausgeschlagen zu haben, während unsere Nachbarn um uns herumtänzeln und in der Verblendung eigener Überlegenheit hämisch grinsend „Ich hab ein Schnäppchen gemacht und Du nihiiicht!“ singen.
Verdammte Nachbarn!
Ein Plan muss her:
- Zeitmaschine auf ebay ersteigern
- Ins Jahr 1987 reisen
- Mein 18 Jahre altes Ich aufsuchen
- Ihn/Mich am Kragen packen, kräftig schütteln und die Botschaft „Du wirst viele, viele, viele Fehler machen. Also freue Dich darauf!“ verklickern.
- Zurück reisen
- Warten was passiert ...
Photo von phishtitz - http://www.flickr.com/photos/8889096@N05/